Wie Übersetzung, Gain Ratio und Entfaltung Berechnet Werden
Die Gain Ratio ist eine Fahrradantriebs-Kennzahl, die Raddurchmesser und Kurbellänge berücksichtigt und dadurch zwischen völlig unterschiedlichen Rädern vergleichbar ist. Geben Sie Ihr Kettenblatt, Ritzel, Raddurchmesser und Ihre Kurbellänge ein, um sie zu finden — zusammen mit der einfacheren Übersetzung und der anschaulicheren Entfaltung.
Wichtige Einflussfaktoren
- Eine höhere Gain Ratio bedeutet einen “höheren” Gang — mehr Strecke pro Pedaltritt, aber auch mehr Kraftaufwand pro Tritt. Eine niedrigere Gain Ratio lässt sich leichter treten (nützlich beim Klettern), legt aber weniger Strecke pro Umdrehung zurück; eine höhere Gain Ratio legt mehr Strecke zurück, erfordert aber mehr Kraft zum Durchtreten, besonders aus dem Stand oder bei einer Steigung.
- Mehrgang-Antriebe haben eine Bandbreite an Gain Ratios, nicht nur eine. Ein Rad mit mehreren Kettenblättern und Ritzeln hat für jede Kombination eine andere Gain Ratio — berechnen Sie die niedrigste (leichteste, zum Klettern) und höchste (schwerste, für Abfahrten oder Sprints) Kombination, um die volle nutzbare Bandbreite Ihres Rads zu verstehen.
- Die Kurbellänge beeinflusst die Gain Ratio genauso stark wie Raddurchmesser oder Übersetzung. Eine längere Kurbel gibt bei gleicher Übersetzung mehr mechanische Hebelwirkung, weshalb die Gain Ratio (im Gegensatz zur reinen Übersetzung) die Kurbellänge in ihre Berechnung einbezieht — zwei Räder mit identischer Übersetzung, aber unterschiedlicher Kurbellänge, haben unterschiedliche Gain Ratios.
- Die Entfaltung ist eine intuitivere Kennzahl zum Vergleich mit der realen Geschwindigkeit. Da die Entfaltung direkt als Strecke ausgedrückt wird (wie weit das Rad pro Pedalumdrehung fährt), ist sie oft leichter praktisch nachvollziehbar als eine abstrakte Gain-Ratio-Zahl, besonders bei der Planung der Übersetzung für eine bestimmte Route oder ein bestimmtes Gelände.
Ergebnisse Richtig Interpretieren
Gain-Ratio-Werte sind nur im Vergleich zu einer groben Spanne aussagekräftig, wie leicht, mittel oder schwer sich ein Gang treten lässt:
- Unter etwa 3 — ein sehr leichter, “drehfreudiger” Gang für steile Anstiege oder ein schwer beladenes Tourenrad, bei dem das Treten wenig Kraft kostet, jede Pedalumdrehung das Rad aber nur eine kurze Strecke voranbringt.
- Etwa 4 bis 6 — die Spanne, in der die meiste alltägliche Übersetzung von Renn-, Hybrid- und Gravelrädern liegt, um auf flachem bis leicht welligem Gelände zu fahren — genug Strecke pro Tritt, um ein vernünftiges Tempo ohne übermäßige Anstrengung zu halten.
- Über etwa 7 — ein “hoher” Gang für schnelles Fahren auf der Ebene oder zum Sprinten, bei dem jeder Pedaltritt viel Strecke bringt, aber echte Kraft zum Durchtreten braucht, besonders aus dem Stand.
Diese Spannen sind eine grobe Orientierung, keine harten Grenzwerte — die Kraft des Fahrers, die bevorzugte Trittfrequenz und das Gelände verschieben alle, ab wann sich eine bestimmte Zahl tatsächlich angenehm anfühlt.
Häufige Fehler
- Reine Übersetzungsverhältnisse zwischen unterschiedlichen Rädern vergleichen. Ein und dieselbe Übersetzung (Kettenblattzähne geteilt durch Ritzelzähne) fühlt sich auf einem Rad mit großen Rennrad-Laufrädern völlig anders an als auf einem Klapprad mit kleinen Laufrädern, weil die reine Übersetzung Raddurchmesser und Kurbellänge komplett ignoriert — vergleichen Sie bei unterschiedlichen Rädern immer die Gain Ratio oder die Entfaltung, nicht die reine Übersetzung.
- Annehmen, dass die Reifengrößenangabe den genauen Abrolldurchmesser liefert. Reifenbreite und Profilhöhe verändern den tatsächlichen Abrolldurchmesser eines Laufrads, selbst wenn die Felgengröße gleich bleibt — ein breiterer, voluminöserer Reifen rollt pro Umdrehung weiter ab als ein schmaler auf derselben Felge, sodass das Messen des tatsächlichen Außendurchmessers (siehe die FAQ unten) eine genauere Gain Ratio liefert als das Annehmen eines Tabellenwerts.
- Vergessen, dass auch die Kurbellänge die Zahl verändert. Der Wechsel zu einer längeren oder kürzeren Kurbel verändert die Gain Ratio, selbst wenn Kettenblatt und Ritzel exakt gleich bleiben — ein Faktor, den Fahrer beim Vergleich “derselben Übersetzung” zwischen zwei unterschiedlichen Rad-Setups manchmal übersehen.
Die Formel
Beispielrechnung
Wissenswertes
Sheldon Browns eigene Referenzbeispiele zeigen, warum die Gain Ratio — und nicht die reine Übersetzung — die entscheidende Vergleichszahl ist: Ein 53er-Kettenblatt über einem 19er-Ritzel an einem Rennrad (mit 170mm-Kurbeln und 680mm Raddurchmesser) ergibt eine Gain Ratio von etwa 5,58, während ein 46er-Kettenblatt über einem 16er-Ritzel an einem Mountainbike (mit 26-Zoll-Laufrad und kürzeren Kurbeln) etwa 5,54 ergibt — nahezu identisch, trotz völlig unterschiedlicher Übersetzungszahlen, Raddurchmesser und Kurbellängen. Genau darum geht es bei der Gain Ratio: Zwei Räder, die sich beim Treten gleich “anfühlen”, können sehr unterschiedliche Kettenblatt-/Ritzelzahlen haben, sobald Raddurchmesser und Kurbellänge berücksichtigt werden.