So Werden Schlagdurchschnitt und ERA Berechnet
Schlagdurchschnitt und ERA gehören zu den gängigsten Baseball-Statistiken. Der Schlagdurchschnitt misst, wie oft ein Schlagmann sicher eine Base erreicht; die ERA misst, wie viele Earned Runs ein Werfer pro 9 Innings zulässt.
Wichtige Einflussfaktoren
- Eine kleine Stichprobengröße macht beide Statistiken zu Saisonbeginn verrauscht. Der Schlagdurchschnitt eines Schlagmanns kann sich über nur eine Handvoll At-Bats stark verändern, und die ERA eines Werfers kann über nur wenige Innings ungewöhnlich gut oder schlecht aussehen — beide Statistiken werden aussagekräftiger und stabiler, je größer die Stichprobe an At-Bats/ geworfenen Innings über eine Saison wird.
- Der Schlagdurchschnitt berücksichtigt keine Walks oder Extra-Base-Power. Ein Spieler, der viele Walks zieht (die nicht als At-Bat zählen) oder mit mehr Extra-Base-Power schlägt, wird vom Schlagdurchschnitt allein nicht vollständig erfasst — moderne Analysen kombinieren ihn oft mit On-Base-Percentage und Slugging-Percentage für ein vollständigeres Bild des offensiven Werts.
- Unearned Runs zählen trotzdem gegen ein Team, nur nicht gegen die ERA des Werfers. Die ERA schließt speziell Runs aus, die durch einen Fehler im Feld oder einen Passed Ball erzielt wurden — ein Werfer kann eine gute ERA in einem Inning haben, in dem das Team trotzdem Runs durch einen Fehler in der Verteidigung zugelassen hat.
- Angebrochene Innings werden in Dritteln, nicht in Dezimalzahlen erfasst, in der offiziellen Notation für geworfene Innings. “6.1” geworfene Innings bedeutet konventionell 6 und 1/3 Innings (ein Out im 7. Inning), und “6.2” bedeutet 6 und 2/3 Innings — nicht sechs Komma eins oder sechs Komma zwei Innings im Dezimalsinn. Rechnen Sie in eine echte Dezimalzahl um (6,333 oder 6,667), bevor Sie die ERA-Formel für ein genaues Ergebnis verwenden.
Ergebnisse Richtig Interpretieren
Beide Statistiken ergeben nur im Vergleich zu typischen Werten einen Sinn. Ein Schlagdurchschnitt von etwa ,250 liegt in der modernen MLB ungefähr im Liga-Durchschnitt; ,300 oder mehr über eine ganze Saison gilt allgemein als starke Schlagsaison, und nur eine Handvoll Schlagmänner beendet eine Saison über ,330. Auf der Werferseite liegt eine Saison-ERA um 4,00 nahe am Liga-Durchschnitt, Werte im hohen 2er- bis niedrigen 3er-Bereich gelten typischerweise als sehr gut, und eine ERA unter 2,50 über eine bedeutende Anzahl von Innings ist meist eine Saison auf Ass-Niveau mit Cy-Young-Ambitionen. Diese Richtwerte verschieben sich von Jahr zu Jahr und von Ära zu Ära etwas (offensivstarke Saisons treiben beide Zahlen ligaweit nach oben) — betrachten Sie sie also eher als groben Kompass denn als feste Grenze: derselbe Schlagdurchschnitt von ,275 kann in einer offensivschwachen Saison hervorragend und in einer offensivstarken Saison nur solide sein.
Wissenswertes
Sowohl Schlagdurchschnitt als auch ERA beruhen letztlich auf einer Ermessensentscheidung, nicht nur auf Arithmetik: Der offizielle Scorer entscheidet, ob ein geschlagener Ball, der eine Base erreicht, ein Hit oder ein Fehler im Feld war, und diese eine Entscheidung ändert sowohl die At-Bat-/Hit-Zahl des Schlagmanns als auch, für den Werfer, ob ein später erzielter Run als earned zählt. Zwei Scorer können dieselbe Spielsituation gelegentlich unterschiedlich bewerten, und eine Entscheidung kann sogar Tage später bei einer Überprüfung geändert werden — ein Grund, warum Schlagdurchschnitt und ERA keine völlig präzise, unstrittige Messung sind wie etwa die Zeit eines Läufers bei einem Rennen, auch wenn die Formeln selbst exakt sind.
Die Formel
Beispielrechnung
- Schlagdurchschnitt:
- ERA: